Am Anfang war der Sweater...
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein hatte ein englischer Gentleman keinerlei Veranlassung, Gestricktes zu tragen. Nur die einfachen Menschen trugen so etwas als robuste und vor allem kostengünstige Arbeitskleidung.
Erst als auch das Bürgertum den Sport als Körperertüchtigung für sich zu entdecken begann, entstand eine Nachfrage nach feinen Strickwaren. Sie wurden beim Fahrradfahren, Ballspielen jeglicher Art, beim Cricket und zum Polo getragen. Das Kleidungsstück erhielt den Namen “sweater”, passend zur schweißtreibenden Wirkung der Wolle.
Um den steigenden Bedarf befriedigen zu können, wurden Sweater bald in großem Stil produziert. Hierfür wurden sie aus vorgefertigten Bahnen
zugeschnitten und genäht, diese Methode hieß “cut-and-sewn”. Bei der teureren “fully fashioned” Alternative wurde jedes Kleidungsstück einzeln und im Ganzen maschinengestrickt. Auch heute noch werden Strickwaren nach diesen beiden Herstellungsmethoden unterschieden.
Alle Versuche, den Sweater in den Kanon der formellen Kleidung aufzunehmen, sind bislang ohne Erfolg geblieben. Die eigentliche Domäne der Strickwaren ist nach wie vor die gepflegte Freizeitkleidung.
Die Italiener haben diesen Look wie keine andere Nation bis zur Vollkommenheit perfektioniert. Angezogen oder lässig um die Schultern gelegt, gehört der Pullover hier im Sommer wie im Winter dazu, beim Shopping ebenso wie beim Museumsbesuch oder dem Aperitif in der Bar. So ist der Pullover inzwischen ein weltweit verstandenes Symbol der Freizeit.
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